Freitag, 19. Februar 2016

Dem Aron sein Stab

Hier in Thailand war für Thomas und mich zunächst einmal angesagt, sich an das tropische Klima zu gewöhnen. Hat es doch satte 30°C. Wenn ein bisschen Wind geht und man im Schatten sitzt fällt das kaum auf, sobald man sich jedoch ein wenig bewegt, bricht einem der Schweiss aus. Deswegen alles einmal etwas langsamer angehen. 
Eine Pflanzengattung, die mich in den Tropen immer wieder fasziniert sind die Aronstabgewächse (Arum), eine grosse Familie mit ca. 130 Vertretern und vielen Untergruppen.

Bei uns heimisch ist der gefleckte Aronstab (Arum maculatum), ein Bewohner der Laubwälder. Im Blumenladen gibt es die schönen Blütenstände der Calla (Zantedeschia) als Schnittblume. Anscheinend gibt es auch Wasserlinsen, die zu den Aronstabgewächsen zählen.

Gefleckter Aronstab (Arum maculatum)
Gefleckter Aronstab (Arum maculatum)
Und diese Art wächst hier:



Schön gross, gell?
Spannend ist die Befruchtungsstrategie des Aronstab: Der nach Aas "duftende" Blütenstand lockt Fliegen an, die, vom Duft berauscht, in den Kelch purzeln. Dessen Ausgang ist jedoch nach oben durch sogenannte  Schleusenhaare verschlossen, die fliegen können erst wieder hinaus, wenn sie ihre Befruchtungsarbeit erledigt haben.

Alle Aronstabgewächse sind giftig. Die Giftigkeit ist in erster Linie auf den hohen Anteil an Oxalsäuren zurückzuführen, andererseits auch auf das in den Wurzeln enthaltene Glycosid Aroin, das Lähmungserscheinungen hervorrufen kann.

Nur wenige Ausnahmen dienen als Nahrungspflanze: auf den Südpazifischen Inseln durfte ich den Taro (Colocasia esculenta) kennenlernen, seine stärkehaltigen Knollen sind eines der Grundnahrungsmittel. Colocasia wächst dort fast überall, bevorzugt in (Ab-) Wassergräben, und wird dort auch geerntet (Wasserwurzel)


Tarorhizome

In Nordvietnam wird die Stärke aus den Knollen einer bestimmten Calla- Art verwendet, um Glasnudeln herzus
tellen.

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