Montag, 22. Februar 2016

Mangroven!

Mangrovenbäume  (Rhizophora) sind perfekt an das Leben in den tropischen Küstengewässern angepasst.

Die Zellen dieser Pflanzen haben eine ungewöhnlich hohe Salztoleranz - zwar bleibt ein Teil des Meersalzes bereits bei der Wasseraufnahme durch die Wurzeln aussen vor, dennoch gelangt ein hoher Salzanteil in die Blätter der Pflanzen und verbleibt auch dort, bis die Blätter abgeworfen werden. Nur einige wenige Arten besitzen die Fähigkeit, Salz über die Blätter auszuscheiden.

(Ich möchte mich niemals im Mangrovenwald verirren, nie!)


 (Pfalwurzeln stabilisieren die Pflanzen)


Eine weitere besondere Anpassung der Mangroven an ihre Umgebung ist die Fähigkeit, in extrem sauerstoffarmen und instabilem Sediment zu Wurzeln.
Wurzeln brauchen Sauerstoff zum atmen! Deswegen bilden Mangroven meist sogenannte Luftwurzeln (Pneumatophore) aus, die senkrecht aus dem Boden nach oben ragen.

Interessant auch die Fortpflanzungsstrategie dieser Pflanzen:
Die Früchte keimen bereits am Mutterbaum aus und werden als bereits schwimmfähige Keimlinge abgeworfen ("lebendgebährend"). Die Keimlinge können längere Zeit im Meer treiben und, an Land getrieben, sofort anwurzeln.


    (Treibgut im Meer: verschiedene Samen, links oben Mangrovenkeimling, das längliche mit dem Knöllchen dran)

Mangrovenwälder sind, neben Korallenriffen und den tropischen Regenwäldern übrigens eines der artenreichsten Ökosysteme dieses Planeten.
Zudem stabilisieren sie die Küstenstreifen. Umso problematischer ist die Abholzung - zur Brenn- und Bauholzgewinnung, aber in erster Linie um für den Tourismus neue Sandstrände zu schaffen.


Auf diesem Foto sieht man beim genauen Hinsehen kleine schwarze Päckchen in den Kronen der mangroven hängen - eine Flughundkolonie, die sich schon von Weitem durch lautes Geschnatter angekündigt hat. Die Mangroven an diesem Platz waren aussergewöhnlich hoch (ca. 4 m). Na ja, sie sind ja auch gut gedüngt.










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